Sammlungen

Archiv und Bibliothek von Erik Amburger
Der Historiker und Genealoge Erik Amburger (1907-2001) hinterließ neben einer 100.000 Einträge zählenden Personenkartei knapp 3.000 Stammfolgen sowie eine umfangreiche Bibliothek.
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Bibliothek von Petr Bohata
Petr Bohata wurde 1953 in Prag geboren und emigrierte nach der gewaltsamen Beendigung des Prager Frühlings nach Deutschland. Er studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Marburg. Nach dem Zweiten Staatsexamen trat er 1983 eine Stellung als wissenschaftlicher Referent am Institut für Ostrecht an und betreut dort die Länderreferate für die ehemalige Tschechoslowakei, Tschechische Republik und Slowakische Republik. Seit dem Studium sammelt er Literatur über das Recht dieser Staaten. Die Bibliothek umfasst gegenwärtig ca. 3.000 Einheiten, die zu 85% in tschechischer und slowakischer und zu 15% in deutscher Sprache abgefasst sind. Die Sammlung besteht sowohl aus Lehrbüchern, Kommentaren und Rechtsprechungssammlungen als auch aus Periodika.

Papiere von Otto Böss
Der Historiker Otto Böss (1929-1994) war von 1967 bis 1992 Bibliothekar des Osteuropa-Instituts München. Zu den von ihm behandelten Themen gehörten u. a. die russische/sowjetische Geistesgeschichte sowie die Erstellung von Informationsleitfäden zur Ost- und Südosteuropaforschung. In seinem Nachlass befindet sich Material für ein Buch über die Geschichte der Stenografie in Russland.

Nachlass von Hedwig Fleischhacker und Hans Uebersberger
Hedwig Uebersberger, geb. Fleischhacker, (1906-1978) war Historikerin und Schriftstellerin; sie hatte ihren Forschungsschwerpunkt in der russischen Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Seit 1940 war sie mit Hans Uebersberger (1877-1962) verheiratet. Er war Professor in Wien und arbeitete zur russischen Geschichte der Neuzeit.
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Bibliothek von Irene Grüning
Irene Grüning (1900-1955) wurde in St. Petersburg geboren und emigrierte nach der Revolution 1917 nach Berlin, wo sie Schülerin Otto Hoetzschs war. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte sie an der Universität München. Ihre 1956 vom Osteuropa-Institut erworbene Bibliothek umfasst 500 Bände v. a. zur russischen Geschichte.

Papiere von Otto Hoetzsch
Otto Hoetzsch (1876-1946) war Wissenschaftler und Politiker der DNVP. In den 1920er Jahren gründete er die spätere Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) und die Zeitschrift „Osteuropa“. Er pflegte enge Kontakte in die Sowjetunion. Unter seinen Papieren, die am Osteuropa-Institut liegen, befindet sich ein unveröffentlichtes Manuskript zum Leben und Wirken von Alexander I. (offenbar unvollständig).
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Bibliothek von Gerasimos Kaklamanis
Gerasimos Kaklamanis (1940-2003) wurde in Griechenland auf der ionischen Insel Lefkada geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in Frankreich und Deutschland. Er studierte in Athen und Paris Mathematik, Philosophie und Geschichte. Zeit seines Lebens war er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Sein literarisches Werk besteht aus 7 Büchern in griechischer Sprache. Das Buch 'I Anatoliki Mesogeios Os Europaiki Istoria' (Tomos 1) kann als sein bedeutenstes Werk angesehen werden.
Das zentrale Anliegen seiner wissenschaftlichen und politischen Arbeit war es, auf die besondere Bedeutung des Mittelmeerraumes als Brücke zwischen Europa und dem Nahen Osten publizistisch aufmerksam zu machen. Kritisch und analytisch hat er die Wechselbeziehungen in diesem Raum und ihre Folgen für die Weltpolitik in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hinterfragt. Wie viele der griechischen Intellektuellen verbrachte auch Kaklamanis den größten Teil seines Lebens im Ausland, weil er oft in Opposition zu den herrschenden politischen Verhältnissen seines Heimatlandes stand.
Seine schriftstellerische Tätigkeit war auch der Anlass innerhalb von 40 Jahren eine etwa 5.000 Bücher umfassende Privatbibliothek aufzubauen, die sich überwiegend mit der Thematik des Mittelmeerraums befasst. Die Bibliothek besteht zu 60% aus Büchern in deutscher, zu 30% in griechischer und zu 10% in französischer Sprache.

Nachlass und Bibliothek von Hans Koch
Hans Koch (1894-1959) war von 1952 bis 1959 der erste Direktor des Osteuropa-Instituts München. Der aus Lemberg stammende Historiker und Theologe wirkte als Professor in Breslau und Königsberg. Im Zweiten Weltkrieg diente er deutschen Stellen in der heftig umkämpften und von Völkermord gekennzeichneten Ukraine. Seine 1.400 Bände (davon 1.000 Bücher und 400 in Konvoluten gesammelte Broschüren zu allen Regionen Ost- und Südosteuropas) umfassende Bibliothek erwarb das Osteuropa-Institut 1960. In dem von ihm nachgelassenen Material befinden sich Dokumente zur Geschichte des Osteuropa-Instituts Breslau sowie zur Vorgeschichte und Geschichte des Osteuropa-Instituts München von der Gründung bis 1959. Weiter sind Unterlagen zur seiner Tätigkeit in Königsberg, Breslau und Wien vorhanden.
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Bibliothek von Carl Patsch
Der Gelehrte Carl Patsch (1865-1945) wirkte zunächst in Sarajevo, wo er 1904 das Bosnisch-Herzegowinische Institut für Balkanforschung gründete. Im Jahre 1921 trat er die Nachfolge Konstantin Josef Jirečeks an der Universität Wien an. In seiner 1956 vom Südost-Institut erworbenen Bibliothek (1.400 Bände) findet sich v. a. Literatur zu den Gebieten des westlichen Teils der Balkanhalbinsel.

Bibliothek von Franz von Scheiger
Im Jahre 1962 erwarb die Bibliothek des Südost-Institut (heute Institut für Ost- und Südosteuropaforschung) den 500 Bände umfassenden Nachlass des Ingenieurs und Diplomaten Franz von Scheiger (1891-1960). Der Schwerpunkt seiner Sammlung lag auf der Geschichte Albaniens und seiner Nachbarstaaten. Außerdem befindet sich numismatische Literatur darunter.

Bibliothek von Friedrich-Christian Schroeder
Friedrich Christian Schroeder (geb. 1936) baute seit seinem Studium in Berlin (1955-1957) eine umfangreiche Sammlung zum Recht der Sowjetunion auf. Nach seiner Berufung auf einen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Ostrecht an der Universität Regensburg und der Ernennung zum Direktor des Instituts für Ostrecht 1973 baute er die Sammlung aus. Schwerpunkte waren die Staats- und Rechtstheorie, das Staatsrecht, dass Straf- und Strafprozessrecht sowie das Justizrecht. Außerdem erwarb er Teile von Periodika aus Provinzinstituten. 2008 übergab er einen großen Teil seiner Bestände dem Institut für Ostrecht.

Bibliothek von Fritz Valjavec
Fritz Valjavec (1909-1960) arbeitete seit 1935 am Südost-Institut, dessen Leiter er von 1955 bis zu seinem Tod war. Er prägte nachhaltig die Geschichte des Südost-Instituts wie auch die Südosteuropaforschung. So gründete er die Südosteuropa-Gesellschaft (SOG) und die Zeitschrift „Südost-Forschungen“. Während des Zweiten Weltkriegs war er in der Bukowina nachrichtendienstlich tätig. In seiner Bibliothek (2.300 Bände) spiegeln sich die Arbeitsgebiete seines Gelehrtenlebens wider. Sie umfasst die Geschichte der Länder der Habsburgermonarchie mit besonderem Schwerpunkt auf die deutschen Bevölkerungsteile in derselben.